Die erste Yogastunde! Wie aufregend! Ich weiß noch ganz genau, wie ich in meinen ersten Yogastunden in emotionalen Gemütszuständen zwischen Überforderung, Belustigung, Verwirrung (wo waren gleich noch mal rechts und links?), Resignation (Ey, kein bock mehr!) und tatsächlich auch Genervtheit (dieses Geschnaufe!!) schwankte – und mir sicher war, nie wieder in meinem Leben meine Füße auf eine Yogamatte zu stellen. Nun ja, offensichtlich habe ich es dann doch noch mal gewagt und möchte diesen Blogartikel dazu nutzen, auch dich zu ermutigen, nicht gleich nach der ersten Yogastunde wieder das Handtuch zu werfen 😉

Wie ich zum Yoga fand und schlussendlich auch meine Yogalehrerausbildung gemacht habe, kannst du ganz ausführlich hier auf meinem Blog nachlesen.

„Emotional Essentials“ für Yoga Anfänger

Was braucht man denn nun für die erste Yogastunde? Yogamatte, Handtuch, Trinkflasche – is‘ klar. Und sonst? Ich habe mir mal ein paar Gedanken gemacht, welche „Emotional Essentials“, also Geisteshaltungen, als Yoga Anfänger nicht schaden können.

PÜNKTLICHKEIT

Es gibt glaube ich nichts Störenderes, als Yogaschüler, die kurz vor knapp in den Kursraum hetzen oder – noch schlimmer – in die Yogastunde platzen, wenn diese schon in vollem Gange ist. Ach doch: Schüler, die das Shavasana skippen und sich kurz vor dem Ende der Stunde aus dem Kursraum stehlen – ein bisschen mehr Respekt dem Lehrer gegenüber, bitte! Die 10 Minuten solltest du ja wohl noch haben.

In vielen Yogastudios kannst du vorher übrigens auch gemütlich Tee trinken und in Ruhe ankommen. Das hilft auf jeden Fall beim Abschalten. Tu dir (und anderen) doch den Gefallen und starte entspannt in deine Yogastunde, indem du pünktlich (d.h. etwa 10 Min vor Kursbeginn) da bist. Denn Yoga bedeutet auch…

DISZIPLIN

Yoga schult nicht nur deine Disziplin, was die Pünktlichkeit angeht, sondern auch in Sachen Durchbeißen. Wie wär’s, wenn du nicht gleich das Handtuch schmeißt, sobald es anstrengend / ungewohnt wird, sondern ganz bewusst auch mal diszipliniert durchhältst und dich da durchbeißt, bzw. -atmest 😉 Wer auf der Yogamatte Disziplin zeigt, hat gute Chancen, sich auch im Alltag erfolgreich durch schwierige Situationen zu kämpfen.

Yoga Anfänger auf Yogamatten

NEUGIER

Ein bisschen Neugier kann nicht schaden – im „echten“ Leben wie auch auf der Yogamatte! Schau doch mal, ob du offen für ein lautes OM am Anfang der Yogastunde sein kannst und versuch zumindest mal, dich auf Pranayama Übungen einzulassen, auch wenn du dir am Anfang komisch dabei vorkommst und die Geräusche dabei vielleicht sogar peinlich findest. Räucherstäbchen, Gong und Chanten? Warum nicht? Es wird schon einen Grund geben, warum wir Yogis diesen Kram lieben 😉

NICHT VERGLEICHEN

Man sagt ja „Das Vergleichen ist das Ende des Glücks und der Anfang der Unzufriedenheit„. In diesem Satz steckt viel Wahres. Gerade in offenen Yoga Klassen – also in Stunden, in denen Yoga Anfänger und Fortgeschrittene gemeinsam praktizieren – gibt es logischerweise meilenweite Unterschiede. Lass dich als Yoga Anfänger nicht abschrecken, wenn das Mädel neben dir ohne Probleme im Spagat landet oder der Typ vor dir direkt in den Kopfstand wechselt. Denk dran: wir haben alle genau da begonnen, wo du jetzt bist und sind nur durch regelmäßiges Praktizieren, Disziplin (da haben wir sie mal wieder!) und Geduld fortgeschrittener geworden in unserer Yogapraxis. Zudem geht es im Yoga, so abgedroschen es klingen mag, wirklich nur um dich. Versuch mal ganz bei dir zu sein und nicht nach links und rechts zu gucken. Yoga ist kein Wettkampf darum, wer die krassesten Posen kann (auch wenn es auf Instagram leider oft so scheint…), sondern geht vielmehr darum, was mit dir im Inneren geschieht.

“Yoga is an internal practice. The rest is just circus.” Sri K. Pattabhi Jois

NIMM DICH SELBST NICHT SO ERNST

Die Krähe will einfach nicht klappen? So what! Anstelle an ihr zu verzweifeln und dich zu ärgern, versuch das Ganze doch mal mit Humor zu nehmen! Das erleichtert Einiges. Statt die Luft anzuhalten und dich verbissen mit angespanntem Gesicht in die Haltung zu zwingen, einfach mal lachen. Wackeln, vielleicht sogar umfallen und aufs Neue versuchen – wie im im „echten“ Leben 😉

KONZENTRATION

Dieser Punkt geht einher mit dem, was ich oben schon geschrieben habe: Sei bei dir. Sei konzentriert und versuch mal, dich nicht ablenken zu lassen. Beim Yoga geht es auch sehr viel darum, konzentriert zu bleiben. Du besuchst die Yogaklasse mit deiner Freundin? Dann schau mal, ob du ihre Anwesenheit für die Yogastunde ausblenden kannst. Bleib bei dir, sieh nicht umher und schau mal, ob du es schaffen kannst, auch während der Yogapraxis nicht zu sprechen – nach der Yogastunde ist noch genügend Zeit, sich über die Haltungen auszutauschen. Schau mal, ob du ins Erleben kommen und dir wirklich ganz bewusst diese Auszeit vom Alltag schenken kannst. Auch wenn du merkst, dass du während des Yoga anfängst, über deinen Tag oder das, was noch nach der Klasse auf dich wartet, nachzudenken: schieb das mal ganz bewusst beiseite, hör dem Yogalehrer zu und bring deine Aufmerksamkeit zu deiner Atmung. Du wirst merken, wie viel Kraft, Ausgeglichenheit und Ruhe du aus einer bewusst erlebten Yogastunde ziehen kannst.

GEH NOCH MAL!

Und zum Schluss ein Ratschlag, der von Herzen kommt, weil ich hier aus eigener Erfahrung spreche: Gib Yoga eine Chance und geh noch mal! Selbst wenn deine erste Yogastunde dir nicht so gut gefallen hat, empfehle ich, es noch mal zu versuchen – ob beim gleichen Lehrer oder vielleicht ja auch bei jemand anderem. Nicht jeder Yogastil oder -lehrer ist für jeden passend. Gib Yoga eine Chance und probier Verschiedenes, um DEIN Yoga zu finden. Zudem kann Yoga seine volle Wirkung erst bei regelmäßiger Praxis entfalten. Dein Körper wird sich daran erinnern und du wirst mit der Zeit viel weniger Anstrengung verspüren, wenn du zum Yoga gehst. Zudem hat Yoga einen positiven Effekt auf deinen Gemütszustand: eine regelmäßige Yogapraxis wird dir zu mehr Ausgeglichenheit, Lebensfreude, einem positiveren Mindset und mentaler Stärke verhelfen – versprochen!